Biografie
Wenn improvisierte Musik lyrisch klingt, dann steckt wahrscheinlich eine bestimmte Weltsicht oder ein Gottesbild dahinter. Es werden Hintergründe zu Gehör gebracht, Klänge mit denen sich jemand Stunden um Stunden zum eigenen Gefallen umgeben hat. Wenn diese dann einem Zuhörer gefallen dann meint dieser zu Recht er stünde mit dem Musiker in einer Art Seelenverwandtschaft.
„Ein Geheimtipp, ohne Licks und fingerfertige Automatismen.“
— WDR 3 Jazz (2025)
„Schölers Spiel ist behutsam und zugleich von selbstverständlicher Klarheit.“
— Arne Schumacher (Liner Notes)
Frühe Jahre & Ausbildung
Stefan Schöler wuchs in Kreuztal, im ländlichen Nordrhein-Westfalen, auf. Mit fünf Jahren begann er unter Anleitung seines Onkels in den typischen Siegerländer Flöten- und Posaunenchören.
Die Faszination für das Klavierspiel seiner Schwester führte ihn bald zum eigenen Unterricht – zuletzt bei Sharon Anderson, Pianistin der Philharmonie Südwestfalen, die ihm ein breites musikalisches Spektrum von Barock bis Moderne eröffnete.
Früh entdeckte er die Improvisation sowie Einflüsse von Miles Davis und Dizzy Gillespie.
Für sein Klavierstudium zog Schöler nach Arnhem (Niederlande), absolvierte einen einjährigen Studienaufenthalt in Uppsala (Schweden) und kehrte anschließend nach Nordrhein-Westfalen zurück, wo er seit 2007 in Kleve lebt und als Musiker und Lehrer tätig ist.
Prägende Lehrer waren Rob van den Broeck, Rob van Kreeveld, John Taylor, Carla Bley, Steve Swallow und Peggy Larson.
Hörerisch inspirierten ihn Herbie Hancock, Paul Bley und das Frühwerk von Keith Jarrett.
Musikalische Projekte
Seit dem Studium spielt Schöler in verschiedenen Formationen – als Solist, im Duo und besonders im Trio.
Sein Debütalbum Introducing Stefan Schöler (2006) fand für eine Eigenproduktion überraschend große Resonanz in Fachpresse und Rundfunk und wurde von Disk Union Co., Ltd. in Japan vertrieben.
Nach mehreren Umbesetzungen ist das Trio seit 2022 mit Lukas Keller (Bass) und Simon Bräumer (Schlagzeug) aktiv. Gastspiele führten in renommierte Jazzclubs und auf Festivals in Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Dänemark; dazu kamen Radio- und Fernsehauftritte u. a. in Deutschland, den Niederlanden und Dänemark.
Jüngere Arbeiten
Die CD Wiedersehen entstand 2021 mit den Kölner Musikern Lukas Keller (Bass) und Finn Wiest (Schlagzeug) und erschien bei Unit Records (Schweiz).
2023 kam es im Rahmen des Tübinger Klavierfestivals Conversations zu einem musikalisch gefeierten Zusammentreffen mit Vibraphonist David Friedman.
2024 erschien das Album Folklore bei Double Moon Records, eingespielt mit Lukas Keller am Bass und Simon Bräumer am Schlagzeug – eine Verbindung aus traditioneller Wärme und frischer Improvisationslust.
Das nächste Album des Trios Psalm B (Double Moon) wird im Mai 2026 veröffentlicht.
Radiointerview mit Odilo Clausnitzer, WDR3 in 2016 aus der Reihe „Szene NRW“.