Persönliches
Wenn improvisierte Musik erzählend ist, dann geht es meiner Meinung nach stets um übergreifende und hinterliegende Themen wie eine bestimmte Weltsicht oder ein Gottesbild. Es werden eigentlich tiefliegendere Dinge zu Gehör gebracht, Klänge mit denen sich der Musiker in seiner Übungszeit Stunden um Stunden umgeben hat ohne daß sie ihn gestört hätten. Wenn diese dann einem Zuhörer gefallen dann meint dieser manchmal sogar, er stünde mit dem Musiker in einer Art Seelenverwandtschaft.
Ideal ist wenn der Musiker nicht damit beschäftigt ist noch irgendwelche Techniken in Reihenfolge abzuspielen, sondern wirklich von dem zugrunde liegenden Harmonieschema bzw. der Komposition absehen kann, um in dieser Bahn nur ein Wechselspiel von Spannung und Entspannung aufzuführen. Der Musiker schweift notwendigerweise durch Techniken und Materialien, er weiß sich aber so zu beherrschen dass stets kunstvolle Bögen in Dynamik und auch in seinen Positionsveränderungen über dem Grundrhythmus entstehen. Die Musik bleibt in jedem Moment tanzbar. Es besteht ein innerer Zusammenhang der in seiner Durchführung und seinem Andauern noch verstärkt wird. Hierin kann Musik unverbesserlich und vollkommen sein.
Eine solche würde ich dann als Geistliche Musik bezeichnen oder abhängig von der Gesinnung des Musikanten auch als Anbetungsmusik; der Musikant ist mit seinem ganzen Wesen schöpferisch tätig.
